Lidl Lohnt sich nicht - am Lievelingsweg 82

Bürgerwohl und Wohnraum vor Verkehrschaos und Discounterwüste 

Stoppt unsinnigen Lidl- Neubau JETZT
 

DU bist auch 

FÜR Schaffung von Wohnraum und einer lebenswerten Nordstadt und 

GEGEN Versiegelung, intransparente politische Beweggründe, unsichere Schulwege für deine Kinder, geringere Wohnqualität, Wertverlust deines Eigentums und noch mehr Verkehrschaos

Dann werde jetzt aktiv und setze ein sichtbares Zeichen

Gemeinsam können wir die Veränderungssperre erhalten und einen zusätzlichen Lidl am Lievelingsweg verhindern. 

UPDATE (17.04.26-21:00)

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@SPD: Schluss mit dem Schlingerkurs. Schützt die Nordstadt und respektiert den Wunsch deiner Bürger. 100 Jahre Rote Siedlung/Perthesanlage gegen Lidl-Neubau! 

Es geht  hier längst nicht nur um einen Lidl. Es geht darum, ob die Nordstadt geschützt wird oder ob politische Versprechen plötzlich nichts mehr zählen. Die Veränderungssperre sollte unser Viertel schützen. Jetzt steht genau dieser Schutz auf dem Spiel.

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Grünen sagen heute in Pressemitteilung

"Wir finden die Veränderungssperre, die die Verwaltung vorgestellt hat, genau richtig und werden ihr in der Bezirksvertretung kommende Woche auch zustimmen. Den Änderungsantrag von CDU/SPD/FDP, den wir als Schnellschuss wahrnehmen, werden wir ablehnen. Ziel sollte es in jedem Fall sein, einen Lidl-Standort in der Nordstadt zu erhalten. Wie das am besten funktioniert, müssen wir in Ruhe und im Dialog mit allen Beteiligten, vor allen Dingen auch mit den Menschen vor Ort, angehen.“ sagt Dr. Ursula Bach, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.

„Für den Lievelingsweg 82 gibt es bereits einen positiven Bauvorbescheid für etwa 122 Wohnungen. Lidl hingegen hat neuen Wohnraum an der Kölnstraße in Aussicht gestellt. Das Potential, in der Nordstadt mehr erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, sollten wir auf jeden Fall nutzen. Wir müssen uns jetzt mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und überlegen, wie das sozial und ökologisch verträglich realisiert werden kann.“ Meint Paul Brückner, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion

„Außerdem würde der neue Lidl Standort am Lievelingsweg zu einem wesentlich größeren Verkehrsaufkommen und zu einer deutlichen Zunahme des Verkehrslärms führen und die Anwohnerinnen und Anwohner belasten. Auch an Ort und Stelle könnte der jetzige Lidl erweitert und verbessert werden.“ Ergänzt Dr. Beate Bänsch-Baltruschat, örtliche Stadtverordnete und umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion."

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VOLT sagt in einem Schreiben an unsere Initiative

[…]Aufhebung der Veränderungssperre nicht zustimmen werden.

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BBB wird einen eigenen Änderungsvorschlag einreichen. 
 

Wir sind: die Nachbarschaft - Perthesanlage, Lievelingsweg und Obernierstraße 

Wir setzen uns für den Erhalt der Veränderungssperre und den Schutz unserer Kinder ein. Unterstützen Sie unseren Einsatz für ein sicheres und lebenswertes Wohnumfeld am Lievelingsweg.

Die Nachbarschaftsinitiative ‚Lievelingsweg bleibt lebenswert‘ steht für den Schutz der Lebensqualität und den Erhalt der Veränderungssperre. Wir informieren die Öffentlichkeit und vertreten die Interessen aller Anwohner gegen zusätzliche Bebauungspläne und einen weiteren Lidl-Markt im Viertel.

Diese Nachbarschaft hat ein langes Gedächtnis

Rund 300 Wahlberechtigte in einem zusammengewachsenen Quartier sind kein Nebenaspekt lokaler Politik. Die Nachbarschaft rund um Perthesanlage und Lievelingsweg ist stabil, vernetzt und vielfach von Eigentümern geprägt. Wer hier Fehler macht, verliert nicht nur Zustimmung im Moment. Er riskiert Vertrauen auf Jahre. Denn diese Nachbarschaft erinnert sich — auch noch bei der nächsten Wahl.

 

Wie ist die Ausgangslage?

Geplant ist, den bestehenden Lidl-Standort an der Kölnstraße aufzugeben und stattdessen einen neuen Lidl am Lievelingsweg 82 direkt neben dem bestehenden Edeka zu errichten. Parallel stellen sich CDU, FDP und SPD nach ihrem politischen Vorstoß vor, dass auf dem bisherigen Grundstück an der Kölnstraße später Wohnungen entstehen sollen. 

Damit läuft die politische Entscheidung faktisch auf eine klare Alternative hinaus: Wohnraum am Lievelingsweg – oder ein weiterer großflächiger Discounter. Ein wohnverträglicher Entwicklungsweg für den Lievelingsweg würde Wohnungsbau mit Grün- und Freiflächen ermöglichen. Das nun verfolgte Modell der Kooperationsparteien würde stattdessen einen weiteren großflächigen Discounter absichern.

Die Stadt Bonn selbst hat das Vorhaben zwar zunächst als grundsätzlich nach § 34 BauGB einfügungsfähig eingeordnet, es aus städtebaulichen und zentrenpolitischen Gründen aber ausdrücklich abgelehnt. In der Vorlage zur Veränderungssperre heißt es, dass am 24.01.2025 ein Antrag auf Vorbescheid für einen Lebensmittelmarkt mit 1.750 m² Verkaufsfläche gestellt wurde. Zugleich führt die Stadt aus, dass es sich um einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb mit zentren- und nahversorgungsrelevantem Sortiment handelt. Solche Betriebe sollen nach dem Bonner Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2025 grundsätzlich in zentralen Versorgungsbereichen liegen. Der Standort Lievelingsweg 82 liegt aber gerade nicht in einem solchen Bereich; umliegende Versorgungsbereiche könnten negativ beeinflusst werden. Die Stadt verweist außerdem auf den Landesentwicklungsplan NRW, wonach neue oder verfestigte Einzelhandelsagglomerationen außerhalb zentraler Versorgungsbereiche verhindert werden sollen.

Gerade deshalb hatte der Rat am 20.03.2025 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 6423-3 beschlossen, den Beschluss am 23.04.2025 öffentlich bekannt gemacht und die Bauvoranfrage anschließend nach § 15 BauGB zurückgestellt. Anfang 2026 wollte die Stadt das Verfahren zusätzlich mit einer Veränderungssperre absichern, weil der Bebauungsplan nicht rechtzeitig als Satzung beschlossen werden konnte.

Politisch brisant ist nun, dass mit dem Änderungsantrag 260132-01 AA dieses laufende Bebauungsplanverfahren faktisch wieder aufgehoben werden soll – obwohl die Stadtverwaltung gerade aus rechtlichen und städtebaulichen Gründen die Veränderungssperre vorgeschlagen hat. Der Rat hatte den Kurs zudem am 04.09.2025 noch einmal ausdrücklich bestätigt; in der Ratsniederschrift ist die Vorlage 252746-02 als „ungeändert beschlossen“ dokumentiert.

Aus Sicht der Nachbarschaft ist die Lage deshalb eindeutig: Statt einer glaubwürdigen wohnverträglichen Entwicklung würde am Lievelingsweg ein weiterer großer Discounter ermöglicht – während die versprochene Wohnbebauung am alten Standort weder gesichert noch belastbar erscheint. Eine verträgliche Alternative wäre Wohnbebauung mit Grünfläche statt eines weiteren Discounters.

Warum ist das problematisch?

Gefährdung für Kinder, Verkehrschaos, Verlust von Wert und Qualität des Wohnens

Ein zusätzlicher Lidl löst hier kein Versorgungsproblem. Eine Unterversorgung liegt hier ersichtlich nicht vor: Rund um Lievelingsweg und Perthesanlage bestehen bereits 7 bis 9 Einkaufsmöglichkeiten in Versorgungsdistanz.

Er bringt vor allem mehr Belastung: nach vorsichtiger Hochrechnung rund 1.500 bis 2.700 Kfz-Fahrten pro Tag, dazu Lieferverkehr, Rangieren, zusätzlicher Lärm und mehr Gefahr für Kinder, ältere Menschen und Fußgänger. 

Schon heute ist der Bereich stark belastet. Ein weiterer Discounter würde das Wohnumfeld weiter verschlechtern statt es zu schützen. 

Damit würde am Lievelingsweg kein wohnverträglicher Entwicklungsweg verfolgt, sondern ein weiterer großflächiger Discounter ermöglicht – statt dort auf Wohnungsbau zu setzen.

Dazu vom 04.09.2025 aus den Unterlagen der Stadt: https://www.bonn.sitzung-online.de/public/wicket/resource/org.apache.wicket.Application/doc3015277.pdf 

umgeben von wohnbaulicher Nutzung dar und lässt in den vergangenen Jahren bauliche und nutzungsstrukturelle Veränderungen bzw. Transformations- und Weiterentwicklungsabsichten erkennen. So wurden im Jahr 2022 konzeptionelle Überlegungen zur wohnbaulichen Weiterentwicklung des Grundstücks Lievelingsweg 82 bekannt und im Jahr 2022 eine Bauvoranfrage zur mehrheitlichen wohnbaulichen Weiterentwicklung zur Errichtung von 122 Wohneinheiten sowie einer Geschäftseinheit in insgesamt vier Baukörpern positiv entschieden (AZ: 10085/2022). Der Bauvorbescheid datiert vom 08.12.2022 ist bis Dezember 2025 gültig. Eine Verlängerung dieses Bauvorbescheides ist bereits beantragt“

Warum machen SPD, CDU und FDP das?

Offenbar verfolgen sie die politische Linie, den neuen Lidl am Lievelingsweg zu ermöglichen, weil sie sich davon versprechen, dass der bisherige Lidl-Standort an der Kölnstraße später für Wohnzwecke genutzt werden kann. Aber wird das wirklich passieren und warum auf Kosten der Anwohner?  

Genau das ist die Logik des Änderungsantrags: Die Belastung soll nicht verhindert, sondern an einen anderen Standort verlagert werden.

Das Problem dabei:

Aus Sicht der Anwohner wird hier ein ungewisser wohnungspolitischer Vorteil gegen ganz konkrete Nachteile am Lievelingsweg eingetauscht: mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Gefahr für Kinder und eine weitere Belastung des Wohnumfelds. Die Stadtverwaltung hat selbst dargelegt, warum sie genau dieses Vorhaben planungsrechtlich eindämmen will.z

Was jetzt getan werden muss!

1. Sofort politische Entscheidungsträger kontaktieren

Jetzt reicht kein stilles Ärgern mehr. Schreiben Sie heute E-Mails an die Mitglieder von Bezirksvertretung und Rat. Rufen Sie zusätzlich an – besonders bei SPD, Sabrina Lipprandt, Elke Apelt, Bürger Bund Bonn und Volt.

Bitten Sie darum, den Änderungsantrag nicht zu unterstützen. Fordern Sie klar: Die Veränderungssperre muss beschlossen werden.

Wichtig ist:

Die Bezirksvertretung tagt am 21.04.2026 und kann nur eine Empfehlung aussprechen.

Die endgültige Entscheidung trifft der Rat am 07.05.2026.

In jede Nachricht gehört dieselbe Kernforderung:

Veränderungssperre beibehalten. Aufhebung des Bebauungsplanverfahrens ablehnen. Keinen zusätzlichen Lidl am Lievelingsweg.

Bitte schildern Sie Ihre persönliche Betroffenheit kurz und konkret.

Die Liste der Mitglieder ist beigefügt, ebenso ein E-Mail-Entwurf.

2.Nachbarn und lokale Unterstützer mobilisieren

Wer dieses Vorhaben stoppen will, muss jetzt weitere Stimmen gewinnen. Sprechen Sie Nachbarn direkt an oder schreiben Sie sie an. Informieren Sie auch Edeka Mohr und Lohners Bäcker.

Politisch besonders wichtig ist:

CDU, SPD und FDP haben den Änderungsantrag eingebracht.

Die Bezirksvertretung wird am 21.04.2026 angehört, entscheidet aber nicht abschließend.

Die endgültige Entscheidung fällt im Rat am 07.05.2026.

Dort herrscht oft Fraktionsdisziplin. Gerade deshalb können zusätzliche Stimmen entscheidend sein – besonders bei Bürger Bund Bonn und Volt.

Machen Sie dabei auch deutlich:

Eine Wohnbebauung mit Grünfläche wäre aus Sicht vieler Anwohner deutlich verträglicher als ein weiterer Discounter.

3. Unterschriften sammeln und Mithelfer gewinnen

Wir sammeln bis zum 07.05.2026 Unterschriften, um sie dem Rat zu übergeben. Jede Unterschrift erhöht den politischen Druck.

Wer beim Sammeln helfen kann, soll sich jetzt melden.

Bitte unterstützen Sie die Aktion aktiv, sprechen Sie weitere Menschen an und helfen Sie mit, möglichst viele Unterschriften zusammenzubringen

4. Bei den Sitzungen vor Ort Präsenz zeigen und protestieren

Seien Sie am 21.04.2026 um 17:00 Uhr im Ratssaal des Stadthauses Bonn und auch am 07.05.2026 dort vor Ort.

Zeigen Sie durch Ihre Anwesenheit, dass das Thema viele Menschen bewegt und dass der Widerstand gegen einen zusätzlichen Lidl am Lievelingsweg sichtbar ist.

5. Unterschreibe Petition hier: https://c.org/JPNNJyJdrD

 

Schreiben Sie den Bezirksverodneten und Ratsmitgliedern und rufen Sie sie an

Grüne – Bezirk Bonn

Dr. Ursula Bach – ursula.bach@gruene-bonn.de

Eva Kuzu – eva.kuzu@gruene-bonn.de

Benedikt Arno Bastin – benedikt.bastin@gruene-bonn.de

Grüne – Rat

Dr. baensch-baltruschat – beate.baensch-baltruschat@gruene-bonn.de

barbara.krausz@gruene-bonn.de

rolf.beu@gruene-bonn

CDU – Bezirk Bonn

Arno Hospes – arno.hospes@cdu-bonn.de

Dr. Bettina Ulrike Fischer-Starcke – bettina.fischer-starcke@gmx.de

Thomas Fahrenholtz – thomas.fahrenholtz@web.de

CDU – Rat / Bezirksbürgermeisterin

Nicole Bonnie – Nicole.bonnie@cdu-bonn.de

FDP – Bezirk Bonn

Johannes Gerd de Vries – fdp.stadtrat@bonn.de

Volt – Bezirk Bonn

Friederike von Arnim – bonn-stadtrat@volteuropa.org

Volt – Rat

Karin Langer – bonn-stadtrat@volteuropa.org

Uwe Feddern – bonn-stadtrat@volteuropa.org

SPD – Bezirk

Sabrina Lipprandt – sabrina.lipprandt@gmail.com · 0228 9086950

Jochen Reeh-Schall – Jochen.reeh@googlemail.com

SPD – Rat

Elke Apelt – info@elke-bonn.de

Bürger Bund Bonn – Rat / Bezirk

Johannes Schott – kommunalpolitik@gmx.de

Linke – Bezirk

Simon Eichhorn – Eichhorn.simon@googlemail.com


 

Geschichte des Vorfalls und Ratsunterlagen

Worum es im Kern geht

Im Kern geht es um einen bemerkenswerten politischen Vorgang: Zunächst stoppt die Stadt Bonn aus städtebaulichen und zentrenpolitischen Gründen einen neuen Markt, stellt einen Bebauungsplan auf, verteidigt ihn trotz Konflikts mit der Bezirksvertretung und sichert das Verfahren mit Zurückstellung und Veränderungssperre ab. Wenige Monate später kommt aus dem politischen Raum selbst ein Antrag, genau dieses Verfahren wieder aufzuheben – und zwar mit ausdrücklichem Bezug auf Lidl.

Die Vorgeschichte seit 2022

Der Konflikt um Lievelingsweg 82 in der Bonner Nordstadt begann nicht erst mit dem geplanten neuen Supermarkt. Nach der späteren Ratsvorlage 252746-02 gab es bereits 2022 „konzeptionelle Überlegungen zur wohnbaulichen Weiterentwicklung“ des Grundstücks. Außerdem sei 2022 eine Bauvoranfrage zur Errichtung von 122 Wohneinheiten sowie einer Geschäftseinheit in vier Baukörpern positiv beschieden worden. Der Bauvorbescheid datiere vom 08.12.2022 und sei bis Dezember 2025 gültig. Und wurde auch verlängert.

Der Auslöser Anfang 2025

Die aktuelle Eskalation setzte Anfang 2025 ein. Nach den städtischen Unterlagen wurde am 24.01.2025 ein Antrag auf Vorbescheid für einen neuen Lebensmittelmarkt mit 1.750 Quadratmetern Verkaufsfläche auf dem Grundstück Lievelingsweg 82 gestellt. Nach Darstellung des Antragstellers sollte es sich um die Verlagerung eines bestehenden Standorts handeln. In den Unterlagen wird der bisherige Nahversorgungsstandort ausdrücklich als „LIDL-Markt Kölnstraße 335“ bezeichnet. Damit dreht sich der Konflikt faktisch um die Frage, ob ein Lidl-Supermarkt an einen neuen Standort verlagert und dort deutlich vergrößert werden kann.

Warum die Stadt das Vorhaben ablehnte

Die Verwaltung hielt das Vorhaben zwar grundsätzlich für nach § 34 BauGB einfügungsfähig, stellte sich politisch und planungsrechtlich aber dagegen. Begründet wurde dies damit, dass ein derart großer Markt nach dem Bonner Einzelhandels- und Zentrenkonzept nicht an diesen Standort gehöre. Außerdem wurde auf die Gefahr einer problematischen Einzelhandelsagglomeration verwiesen, weil sich bereits in unmittelbarer Nachbarschaft ein weiterer großflächiger Lebensmittelmarkt befindet. Nach Auffassung der Stadt liegt der Standort Lievelingsweg 82 außerhalb eines zentralen Versorgungsbereichs; zusätzlich wurde auf Ziel 6.5-8 des Landesentwicklungsplans NRW verwiesen.

Der erste politische Eingriff des Rates

Um das Vorhaben zu stoppen oder zumindest Zeit zu gewinnen, beschloss der Rat am 20.03.2025 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 6423-3 „Lievelingsweg 82“. Der Aufstellungsbeschluss wurde am 23.04.2025 öffentlich bekannt gemacht.

Auf dieser Grundlage stellte die Stadt die Entscheidung über den Vorbescheidsantrag mit Bescheid vom 30.05.2025 bis zum 30.05.2026 nach § 15 BauGB zurück.

Der Konflikt mit der Bezirksvertretung

Der politische Konflikt verschärfte sich dann im Verhältnis zur Bezirksvertretung Bonn. Diese hatte die Beratung zunächst am 08.04.2025 vertagt. Wegen der laufenden Fristen wurde die Anhörung anschließend im Wege einer Dringlichkeitsentscheidung am 16.04.2025 durchgeführt. In ihrer Sitzung am 17.06.2025 lehnte die Bezirksvertretung Bonn den Beschluss zur Anhörung zum Aufstellungsbeschluss jedoch ab und verweigerte mehrheitlich die Genehmigung dieser Dringlichkeitsentscheidung.

Die Bestätigung des Kurses am 04.09.2025

Trotz dieses Widerstands hielt der Rat am eingeschlagenen Kurs fest. Um die Rechtssicherheit des bereits öffentlich bekannt gemachten Aufstellungsbeschlusses zu bekräftigen, wurde die Vorlage 252746-02 eingebracht. Am 04.09.2025 bestätigte der Rat den Kurs ausdrücklich. In der Ratsniederschrift ist die Vorlage unter TOP 5.3 als „ungeändert beschlossen“ dokumentiert; das Abstimmungsergebnis lautet: „mit Mehrheit gegen CDU, BBB und AfD beschlossen“.

Die Veränderungssperre Anfang 2026

Anfang 2026 blieb die Stadt zunächst auf Sicherungskurs. Da absehbar war, dass der Bebauungsplan nicht rechtzeitig als Satzung beschlossen werden würde, legte die Verwaltung die Vorlage 260132 zum Erlass einer Veränderungssperre vor. Die Beratungsfolge sah eine Behandlung am 24.03.2026 im Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalschutz, am 21.04.2026 in der Bezirksvertretung Bonn und am 07.05.2026 im Rat vor.

Die politische Kehrtwende der SPD im Frühjahr 2026

Genau an diesem Punkt kam es zur politischen Kehrtwende. Für die Sitzung am 24.03.2026 wurde ein CDU/SPD/FDP-Änderungsantrag 

zur Vorlage 260132 eingebracht. Darin fordern die Antragsteller, den Beschlussvorschlag der Verwaltung abzulehnen und das Bebauungsplanverfahren Nr. 6423-3 unter einer Bedingung aufzuheben. Der Eigentümer des Grundstücks an der Kölnstraße, auf dem sich nach dem Antragstext „der bestehende Lidl-Markt“ befindet, solle bis zum 30.04.2026 schriftlich erklären, das Grundstück nach Errichtung eines neuen Lebensmittelmarktes auf dem Grundstück Lievelingsweg 82 künftig für Wohnen zur Verfügung zu stellen und nicht weiter für den Lebensmitteleinzelhandel zu nutzen.

Warum das politisch relevant ist

Der politisch zentrale Punkt daran ist: Aufgehoben werden sollte damit genau der Beschluss, den der Rat am 20.03.2025 gefasst, am 04.09.2025 bestätigt und am 23.04.2025 veröffentlicht hatte. Mit anderen Worten: Ein zunächst mit städtebaulichen und zentrenpolitischen Argumenten verteidigter Abwehrkurs wurde wenige Monate später aus dem politischen Raum selbst wieder in Frage gestellt

Verkehrschaos

Für einen Markt dieser Größe sind grob 1.500 bis 2.700 Kfz-Fahrten pro Tag plausibel. Das heißt: mehr Ein- und Ausfahrten, mehr Parksuchverkehr, mehr Lieferverkehr, mehr Lärm und mehr Gefahr für Kinder, ältere Menschen und Fußgänger.

Bonn steuert damit sehenden Auges in den nächsten Verkehrshotspot.

Schon heute kommt es zu Rückstau am Verteilerkreis und zu Stau bis zur Kölnstraße. Ein weiterer Lidl würde diese Situation nicht lösen, sondern weiter verschärfen.


 

Gefahr für Kinder und Reduktion von Wohnqualität

Gefahr für Kinder und Anwohner

  • Unsicherere Schul- und Alltagswege: Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Konflikte mit Fußgängern und Radfahrern.
  • Besonders riskant für Kinder: Kinder sind schwerer sichtbar, schätzen Geschwindigkeiten schlechter ein und reagieren spontaner im Straßenraum.
  • Mehr Gefahr für ältere Menschen: Längere Querungszeiten, unübersichtliche Verkehrslagen und Lieferverkehr erhöhen das Risiko zusätzlich.
  • Mehr Ein- und Ausfahrten: Gerade an Supermärkten entstehen gefährliche Situationen durch abbiegende, rückwärtsfahrende und suchende Fahrzeuge.
  • Mehr Lieferverkehr mit großen Fahrzeugen: Lkw und Rangierbewegungen sind für Anwohner besonders gefährlich, vor allem in einem bereits belasteten Bereich.

Schlecht für die Wohnqualität

  • Mehr Verkehr direkt im Wohnumfeld: Ein zusätzlicher Lidl bringt mehr An- und Abfahrten, mehr Parksuchverkehr und mehr Lieferverkehr.
  • Mehr Lärm: Nicht nur durch Autos, sondern auch durch Lkw, Rangieren, Rollcontainer, Kühlaggregate und frühe Anlieferungen.
  • Mehr Stress im Alltag: Rückstau, Hupen, Ein- und Ausparkverkehr und ständige Unruhe verschlechtern die Aufenthaltsqualität spürbar.
  • Mehr gewerbliche Prägung statt Wohnen: Das Quartier wird weiter als Handelsstandort belastet, statt als Wohnort gestärkt.
  • Wertminderung von Wohnraum: Mehr Verkehr, Lärm und eine unruhigere Umgebung machen angrenzende Wohnungen und Häuser weniger attraktiv.


 

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